von Thomas Gill
Die Bewegung der Planeten gab den Menschen schon immer Rätsel auf. Von der Erde aus betrachtet gibt es Planeten, die nur nach Sonnenunter- bzw. vor Sonnenaufgang zu sehen sind. Andere hingegen sind die ganze Nacht über beobachtbar, ziehen auf ihrer Bahn aber seltsame Schleifen am Firmament. Dieses Verhalten der Planeten wurde Mitte des letzten Jahrtausends durch die Astronomen Kopernikus und Keppler richtig erklärt. Kopernikus war der Überzeugung, dass die Sonne und nicht die Erde im Zentrum unseres Planetensystems steht und Keppler erkannte, dass sich die Planeten nicht auf Kreisbahnen sondern auf Ellipsenbahnen um die Sonne bewegen
Insgesamt kennen wir heute neun Planeten und eine Vielzahl von Monden welche die Planeten umrunden (nur Merkur und Venus haben keinen Mond). Man teilt die Planeten in zwei Gruppen ein, die erdähnlichen wie Merkur, Venus, Erde und Mars, sowie die jupiterähnlichen wie Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Pluto, der äusserste, ist ein Sonderfall und fällt aus dem Schema heraus. Die Umlaufzeiten der Planeten um die Sonne werden mit zunehmendem Abstand von ihr größer und reichen von 88 Tagen bei Merkur bis 248 Jahren bei Pluto.
Die innersten Planeten - Merkur und Venus
Von der Erde aus betrachtet stehen die Planeten Merkur und Venus immer in der Nähe der Sonne. Wegen ihrer Bahn, die innerhalb der Erdbahn verläuft, können sie nie einen bestimmten Abstand von der Sonne überschreiten (siehe Abb.). Die beiden Punkte ihrer Bahn, an denen sie den maximalen Sonnenabstand haben (von der Erde aus gesehen) nennt man größte Elongation. Die Punkte an denen die Erde, die Sonne und der jeweilige Planet genau auf einer Linie stehen, nennt man Konjunktionen. Wenn der Planet genau zwischen Erde und Sonne steht, spricht man von einer unteren Konjunktion, andernfalls, wenn die Sonne genau zwischen Erde und Planeten steht, von einer oberen Konjunktion. Die Bahngeometrie der beiden innersten Planeten zur Erdbahn hat auch zur Folge, dass beide Planeten im Teleskop Phasen zeigen (wie das auch unser Mond tut).
Die äußeren Planeten
Bei den Planeten mit größerem Abstand als die Erde von der Sonne sieht die Sache etwas anders aus. Die Erde überholt regelmäßig auf ihrer schnelleren inneren Bahn die weiter außen die Sonne umlaufenden Planeten, beim Mars geschieht dies alle 780 Tage. Dann steht die Erde genau auf einer Linie zwischen der Sonne und dem äußerem Planeten, dies bezeichnet man dann als Oppositionsstellung (der Planet steht dann der Sonne genau gegenüber, in Opposition). In den Wochen um die Opposition stehen sich die beiden Planeten besonders nahe, wie momentan Erde und Mars. Aufgrund der Ellipsengeometrie der Planetenbahnen muß aber die geringste Entfernung zwischen den Planeten nicht genau zur Opposition sein, die Erde ist Mars am 21. Juni am nächsten, seine Oppositionsstellung ist aber schon am 13. Juni.
Ein weiterer Extrempunkt der Planetenstellung ist erreicht, wenn sich Erde, Sonne und äußerer Planet wieder auf einer Linie befinden, diesmal die Sonne aber genau zwischen der Erde und Planet steht, diese Stellung wird als Konjunktion bezeichnet. Der Planet ist dann von der Erde aus nicht beobachtbar, weil er genau in Richtung Sonne steht und von ihr überstrahlt wird.